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Über

Farbverlauf, Komposition und Struktur  – zur fotografischen Arbeit von Claudia Haarmann (Textauszug) 
Heute zu fotografieren und die Ergebnisse auszustellen, ist ein Wagnis, wenn man es mit dem Fotografieren ernst meint. Wo soll der Ort in der allgegenwärtigen Bilderflut zwischen unbedarften Facebookselfies, technikverliebter HDR-Brillanz und analoger Vintageromantik sein? Und wie können sich fotografische Bilder in einer solchen Unübersichtlichkeit behaupten? Claudia Haarmann hat für sich in diesem schwierigen Umfeld eine eigenständige Position erschlossen, unprätentiös, mit einer klaren fotografischen Bildsprache, ohne technische Hochrüstung, aber unter Zuhilfenahme der praktischen Möglichkeiten digitaler Fotografie.
Ihre bevorzugten Motive  – Natur, im besonderen Wasser, aber auch (Berliner) Stadtansichten – scheinen dem Genre Landschaft zugeordnet werden zu können. Die fotografischen Arbeiten entziehen sich aber zum größten Teil einer solchen Etikettierung. Was sie mit der klassischen Auffassung von Landschaft verbindet, ist ihr Ursprung in einer Ästhetisierung des Blicks. Claudia Haarmann interessieren subtile Farbverläufe, Farbkompositionen und Strukturen, die nur mit spezifisch fotografischen Mitteln der bildnerischen Wirklichkeitsverarbeitung erzeugt werden können, wobei der Bezug zum Motiv durch die Abstraktion in der Regel nicht vollkommen verloren geht.
Der kreative Prozess der Auswahl, nicht der Bearbeitung, spielt für die Werkentstehung jedoch eine sehr große Rolle: Hier entscheidet die Fotografin über die eigentlichen, künstlerischen Fragen. Es gilt, eine ästhetische Balance zu finden, zwischen Abstraktion und Konkretisierung, kompositorischer Harmonie und Spannung, Dynamik und Ausgleich, die sich nicht im Dekorativen erschöpft, sondern neugierig macht, die nicht glatt ist, sondern gerne auch etwas sperrig sein darf. Claudia Haarmann gelingt es, dass ihre Fotoarbeiten auch bei langer und immer neuer Betrachtung spannend bleiben und sich das Hinschauen lohnt. Was kann man mehr von Bildern erwarten?“

Autor: Rainer Nieselt, Maler und Kunsterzieher

Die Aufnahmen sind mit einer Digitalkamera entstanden. Es finden keine nachträglichen Farbveränderungen mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen statt. Ab Format 28×21 werden Echtfotobelichtungen ausschließlich in kleinen Auflagen (7 + 2 AP) hergestellt. Größere Formate ab 60×60 bzw. 80×60, kaschiert auf Alu-Dibond, wahlweise hinter Acrylglas.

Wenn Sie sich für eine Fotografie interessieren, schicken Sie bitte eine Email an: post@fotografie-claudia-haarmann.de